Die Wärmewende in der Wohnungswirtschaft hat ein Kommunikationsproblem: Wenn PV-Anlage, Wärmepumpe, Speicher und dynamische Stromtarife nicht vernetzt sind, bleibt wertvoller Dachstrom ungenutzt. Zusätzlich wird Netzstrom dann eingekauft, wenn er teuer ist. Auf einer Premierenveranstaltung in Berlin präsentierte Green Fusion, Marktführer für KI-gestützte Heizungsoptimierung, vergangene Woche die Lösung: Eine neue Plattform für Sektorkopplung, die als herstellerunabhängiges „Gehirn“ des Gebäudes fungiert.
„Je mehr Komponenten im Gebäude verbaut werden, desto wichtiger ist eine intelligente Kommunikation“, betonte Chris Menzel, Chief Innovation Manager bei Green Fusion, vor den Gästen des Launch-Events. Ohne diese Vernetzung herrsche laut Menzel oft „teures Chaos im Heizungskeller“, was zu unberechenbaren Stromkosten für die Mieterschaft und sinkender Rentabilität für Eigentümer führe.
Die neue Plattform integriert Wärmepumpen, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur ohne Medienbrüche. Die künstliche Intelligenz lernt das Gebäude kennen und passt den Fahrplan alle fünf Sekunden an – basierend auf Wetterdaten, Speicherkapazitäten und dem Nutzerverhalten. So wird der Eigenverbrauch selbst erzeugten Stroms gesteigert und der teure Netzbezug signifikant reduziert.
Ein Highlight der Produkt-Premiere war der Erfahrungsbericht der Rheinwohnungsbau GmbH. Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck und der Handlungsbevollmächtigte Benjamin Gaidel präsentierten exklusive Zahlen aus ihrem Quartier in Duisburg-Ungelsheim. Die sanierte Siedlung aus den 50er-Jahren ist mit Wärmepumpen und PV-Anlagen ausgestattet.
Benjamin Gaidel rechnete vor: „Sobald die Anlagen liefen, stellten wir fest, dass wir viel zu viel Strom ungenutzt ins Netz einspeisten.“ Durch die Green Fusion Plattform wird nun unter anderem die Speichertemperatur in den Hauptsonnenstunden gezielt angehoben. „Allein durch diese eine Maßnahme können wir im Quartier mit 55 Wärmepumpen jährlich 20.674 € der Stromkosten einsparen. Das entspricht knapp 20 %. Das beweist, dass sich Sektorkopplung durch intelligente Steuerung endlich auch wirtschaftlich rechnet.“
Mit dem folgenden Beispiel veranschaulichte Chris Menzel bei der Premiere, wie die KI arbeitet: Zur Mittagszeit erreicht die Photovoltaikanlage ihre maximale Leistung. Die KI steuert nun aktiv den Energiefluss im Gebäude: Statt den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen, werden gezielt die internen Speicher geladen. Der Batteriespeicher, der morgens bewusst freigehalten wurde, nimmt überschüssige Energie auf und verhindert so eine mögliche PV-Drosselung bei Leistungsspitzen. Gleichzeitig lädt die Wärmepumpe den 1.000-Liter-Pufferspeicher im Boost-Modus und erwärmt das Wasser rund 20 Grad über den aktuellen Heizbedarf hinaus. So wird das Gebäude selbst zum Speicher für günstigen, grünen Solarstrom.
„Wir sind überzeugt, dass Wohnungsunternehmen ihre Investitionen und Margen absichern können – und das bei sehr verträglichen Nebenkosten für die Mieterschaft. Die Energiewende ist jetzt nicht nur technisch möglich, sie rechnet sich auch endlich.“ - Paul Hock, Gründer und Geschäftsführer, Green Fusion GmbH