Effizienz als Standard: Wie der BVE steigende Fernwärmekosten neutralisiert

Bauverein der Elbgemeinden eG

Eckdaten

  • Wohnungsunternehmen: Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE), Hamburg
  • Projektumfang: Digitalisierung von ca. 50 % des gesamten Fernwärmebestands (3.200 Wohneinheiten)
  • Anlagentypen: Fokus auf Fernwärme, zudem Gasheizungen und Wärmepumpen
  • Performance-Garantie: Vertraglich zugesicherte Einsparung von mindestens 5 %
  • Reale Ergebnisse: Einsparungen von bis zu 17 % bei Gasanlagen und 11 % bei Fernwärme

Herausforderungen

  • Fehlende Transparenz: Viele Heizungszentralen liefen nicht optimal; ohne Datenbasis waren Priorisierung und Erfolgsmessung kaum möglich.
  • Skalierbarkeit & Wirtschaftlichkeit: Zuvor getestete Lösungen am Markt waren teuer und nicht für den breiten Bestandsbetrieb ausgelegt.
  • Koordination: Abstimmungen mit Versorgern, internen Verantwortlichkeiten (Vorstand, Nachhaltigkeitsmanagement, Hauswarte) sowie externen Wartungsfirmen mussten koordiniert werden.
  • Anstieg Fernwärmekosten: Ein signifikanter Preisanstieg bei Fernwärme erhöhte den Handlungsdruck, die Kosten für Mitglieder abzufedern.

Schlüssel zum Erfolg

  • End-to-End Prozessverantwortung: Green Fusion übernahm die gesamte Koordination mit den Stadtwerken sowie die Steuerung der Wartungsunternehmen.
  • Ausstattung der Heizungskeller: Green Fusion Installateure bauten notwendige Temperaturfühler und GreenBox ein.
  • Direkte Anbindung an die Datenströme der Versorger: Green Fusion schuf eine Datengrundlage, die vorher in dieser Tiefe nicht existierte.
  • Intensives Onboarding der Hauswarte: Green Fusion stellte sicher, dass die Anpassungen vor Ort in den Heizungskellern verstanden und unterstützt wurden.

Hamburgs größte Wohnungsbaugenossenschaft, der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE), begegnet den steigenden Fernwärmepreisen mit intelligentem Energiesparen.
Durch die Implementierung von Green Fusion in 3.200 Wohneinheiten optimiert der BVE den Heizungsbetrieb und sichert die Bezahlbarkeit des Wohnens. Hauptmotivation sind Preissprünge bei der Fernwärme.

Datengesteuerte Optimierung statt „Prinzip Hoffnung"

Der BVE verfolgt eine klare Strategie: Mittelfristig sollen bis zu 75 % des Bestands an die Fernwärme angeschlossen werden. Doch Fernwärme ist kein Selbstläufer. Viele Bestandsanlagen liefen über Jahre hinweg ohne Feinjustierung. Das führte zu unnötig hohen Rücklauftemperaturen und überdimensionierten – und damit teuren – Anschlussleistungen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wurde das Projekt nun auf die Hälfte des bereits ans Netz angeschlossenen Fernwärmebestands ausgerollt.

Absenkung der Vor- und Rücklauftemperaturen durch die Optimierung.

Erfolg in Zahlen

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Die zwei Hebel der Kostensenkung

Dynamische Anpassung der Anschlussleistung: Green Fusion analysierte die realen Lastspitzen der Gebäude. Ergebnis: Viele Anschlüsse sind deutlich zu hoch dimensioniert. Durch die Korrektur der Bestellleistung können die Fixkosten dauerhaft gesenkt werden.

Automatisierte Betriebsoptimierung: Die Software justiert die Heizkurven kontinuierlich basierend auf dem tatsächlichen Bedarf und den Außentemperaturen. Dies reduziert den Energieverbrauch, ohne den Wohnkomfort der Mieter zu beeinträchtigen.

Statt lediglich eine Software zu liefern, fungiert Green Fusion als proaktiver Partner für das Energiemanagement. Green Fusion übernahm die gesamte Koordination – von der Bestandsaufnahme über die Abstimmung mit den Stadtwerken (Wem gehört welche Station? Welche Parameter können optimiert werden?) bis hin zur Steuerung der Wartungsunternehmen. Eigene Installateure von Green Fusion statteten die Heizungskeller mit den notwendigen Temperaturfühlern und der GreenBox aus. Durch die direkte Anbindung an die Datenströme der Versorger (Hamburger Energiewerke & HanseWerk Natur) konnte eine Datengrundlage geschaffen werden, die vorher in dieser Tiefe nicht existierte. Ein intensives Onboarding der Hauswarte durch Green Fusion stellte sicher, dass die Anpassungen vor Ort in den Heizungskellern verstanden und unterstützt wurden.

Klimaschutz entsteht nicht nur durch neue Energiequellen, sondern durch intelligente Nutzung.

Axel Horn
Vorstandsmitglied, Bauverein der Elbgemeinden eG

Messbare Erfolge und Entlastung des Personals

Die Ergebnisse übertrafen die hohen Erwartungen der Genossenschaft deutlich. Während das Sonderkündigungsrecht bei unter 5 % Einsparung lag, lieferte Green Fusion in der Praxis:

  • Bis zu 17 % Einsparung bei Gasanlagen
  • Bis zu 11 % Einsparung bei Fernwärme-Anlagen

Besonders wertvoll für den BVE: Das System arbeitet im Hintergrund. Durch die Übernahme der gesamten Koordination und Überwachung durch Green Fusion wird das Personal des BVE spürbar entlastet.

Ausblick: Digitalisierung als Standard bei jedem Neuanschluss

Die Partnerschaft wird konsequent fortgesetzt. Mit jedem weiteren Gebäude, das der BVE an das Fernwärmenetz anschließt, wird die digitale Optimierung von Green Fusion direkt mitgedacht. Damit stellt die Genossenschaft sicher, dass die Wärmewende nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch gelingt.

Die BVE eG

Der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE) ist mit rund 14.500 Wohnungen und über 23.000 Mitgliedern die größte Wohnungsbaugenossenschaft in Hamburg. Der Fokus liegt auf einer modernen, mitgliederorientierten Bewirtschaftung und einer konsequenten Klimaschutzstrategie.

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WSL Wohnen & Service Leipzig GmbH

WSL Siedlungsbau

Ausgangssituation & Projekt

Die 27 Wohneinheiten in dem aus den 1950er Jahren stammenden Siedlungsbau werden über eine Fernwärmeanlage beheizt. Dabei wies die aus dem Jahr 1994 stammende Anlage einen relativ hohen Energieverbrauch auf und verfügte über keine übergeordnete Steuerung. D.h., die einzelnen Komponenten liefen zu Projektbeginn unabhängig voneinander und ließen sich nur manuell vor Ort einstellen.

Ziel des gemeinsamen Projektes war, ohne weitere Sanierungsmaßnahmen Verbrauch, CO2-Ausstoß und Kosten deutlich zu reduzieren, und damit eine Verbesserung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des gesamten Wohngebäudes zu erzielen.

Der Projektstart erfolgte im September 2022.

Green Box

Maßnahmen & Umsetzung

Im Rahmen des EU-Projektes SPARCS wird untersucht, wie sich die dynamische Heizungsregelung auf den Energieverbrauch und CO2-Emissionen auswirkt.

Zur Optimierung des Anlagenbetriebs wurde eine intelligente Steuerung in die Fernwärmestation integriert. Dazu wurden Wärmemengenzählerdaten und Temperaturdaten aus dem Heizungskeller über eine Vodafone-Schnittstelle (API) der Software von Green Fusion in der Cloud verfügbar gemacht. Daraus berechnet Green Fusions intelligenter Heizungs-Copilot unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie etwa Wetterdaten den optimalen Betrieb und schlägt zielgerichtete Anpassungen vor. Diese können nach Freigabe durch die WSL automatisch aus der Ferne umgesetzt werden.

Ergebnisse - Zwischenstand Juli 2023

Nach Installation und einer initialen Lern- und Analysephase wird die Anlage seit April 2023 durch Green Fusions intelligenten Heizungs-Copiloten gesteuert. Die Heizkennlinie wird dynamisch geregelt, um Wärmeverluste zu reduzieren. Gleichzeitig konnte das Taktverhalten signifikant verringert werden, was nicht nur den Verbrauch senkt, sondern auch den Anlagenverschleiß reduziert. Eine automatische Schaltung des Sommer- bzw. Winterbetriebs wurde ebenfalls installiert.

Bereits nach drei Monaten konnte der Verbrauch so um 16,5 Prozent gesenkt werden. Die Bewohner*innen müssen dabei keinerlei Komforteinbußen in Kauf nehmen, im Gegenteil, der minimierte Verschleiß reduziert
Störungen und Ausfälle.

Verbrauchsvergleich